2011
Klosterfestspiele Weingarten
 

Freud und Leid bei den Klosterfestspielen

6.000 Besucherinnen und Besucher – kaum weniger als im Jahr zuvor – und 60 neue Mitglieder im Förderverein. Auch 2011 waren die Klosterfestspiele 2011 ein Erfolg. Trotzdem lagen Freud und Leid nah beieinander. Während sich das Theaterpublikum über zwei eindrucksvolle Freilichtinszenierungen freuen durfte, stand die Spielzeit 2011 für die Veranstalter von Anfang bis Ende unter keinem guten Stern.


Gleich zwei große Produktionen aus und für Weingarten warben erfolgreich um die Gunst der Festspielbesucher. Dabei gab es an beiden Spielorten Freilichttheater vom Feinsten zu erleben. Grotesk komödiantisch in bester Shakespeare-Manier in der herrlichen Kulisse eines englischen Gartens bei “Was ihr wollt” droben am Kloster, deftig gewürzt im italienischen Gasthof von Goldonis kesser Wirtin “Mirandolina” drunten beim Schlössle. Beide Stücke konnten ihr Publikum mit aufwändig gestalteten Bühnenbildern, hochwertigen Inszenierungen und hervorragenden schauspielerischen Leistungen der insgesamt 17 Bühnenakteure überzeugen. Dies gilt auch für das gewohnt anspruchsvolle Rahmenprogramm.


Insgesamt knapp 6.000 Besucherinnen und Besucher zählten die Veranstalter an den insgesamt 26 Spieltagen von 27. Juli bis 26. August.  Dies sind trotz des regenreichen Sommers kaum weniger als im Jahr zuvor. Drei Mal ganz und vier Mal halb – und damit mehr als jemals zuvor – rettete der Regenspielort als Insel “Illyrien” das Publikum und die schiffbrüchigen Bühnenakteure bei “Was ihr wollt” vor dem “Ertrinken”. Dass beim Schlössle selbst der Regenspielort wegen Überflutung nicht mehr erreichbar und neben einer Innenaufführung in der “Linse” ein Veranstaltungstag gar komplett abgesagt werden musste, war der traurige Höhepunkt der Wetterkapriolen im Sommer 2011.


Und auch sonst mussten die Klosterfestspiele verschiedene Tiefschläge verkraften: Der plötzliche Tod von Regisseur Klaus Wagner zwei Wochen vor der Premiere hinterließ tiefe Spuren bei allen Beteiligten. Dem Durchhaltewillen und der Professionalität seiner Witwe Madeleine Lienhard und dem Zusammenhalt des Ensembles ist es zu verdanken, dass Wagners letztes Werk dennoch in seinem Sinne auf die Bühne gebracht werden konnte. Erneuter Schock am letzten Spieltag: Nur wenige Stunden vor der Aufführung musste der Malvolio-Darsteller Günter Schoßböck wegen einer akuten Erkrankung ins “14 Nothelfer” eingeliefert werden. Erst in letzter Minute konnte dank des beherzten Einspringens des Schlössle-Schauspielers Reinhard Froboess eine Absage verhindert werden.


Besonders schmerzlich war die Spielzeit auch für den Schreiber dieser Zeilen.  Als er nach einsetzendem Regen das Mirandolina-Publikum an den Regenspielort geleiten wollte, rutschte er an der regennassen  Bühnenkante aus und zog sich dabei eine schmerzliche Knieverletzung zu. Was für ein Theater!


Ihr Rainer Beck

Was ihr wollt: voller Erfolg

Die Premiere von “Was ihr wollt” am 3. August können die Verantwortlichen der Klosterfestspiele als vollen Erfolg verbuchen. Geboten wurde alles, bis hin zum schnellen Wechsel in den Regenspielort kurz nach der Pause. Denn das Wetter spielte nicht ganz mit, was der Spielfreude des Ensembles aber keinen Abbruch tat. Die Schwäbische Zeitung zeigte sich begeistert:

“(…) [...]

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